WARUM
Wettbewerb / Mahnmal Zwangsarbeiter
Friedhof Kloster Oesede / 2024
Der Titel der Stele aus Naturstein ist „Warum“. Die Stele stellt die Frage nach dem „Warum“. Das Fragewort „Warum“ wird in die Muttersprachen der ermordeten Zwangsarbeiter, Stanislaw Gontek (Polen) und Ivan Kowal (Ukraine), übersetzt. Auf Polnisch heißt es „Dlaczego“ und auf Ukrainisch „Чому“. Die gleichseitige Stele ist 2,40m hoch und 40cm breit. In jeweils eine Seite sind die Wörter „Dlaczego, Warum und Чому“ als liegende Buchstaben gemeißelt.
ZEITEBENEN. EINE TYPOGRAPHISCHE SCHICHTUNG
Wettbewerb / Neubau LEIZA
Mainz / 2021
Das Objekt ist eine Leiter, die an der Fassade des LEIZA lehnt. Die Sprossenleiter ist ein wichtiges Gerät in der Archäologie. Die Leiter als Element, das die Vergangenheit (Gestern), mit der Gegenwart (Heute) und der Zukunft (Morgen) verbindet. Auf der Leiter sind Buchstaben vertikal und auf 3 Ebenen angeordnet, dass sich daraus die 3 Wörter „Gestern, Heute und Morgen“ ergeben.
FÜR DIE UNBEKANNTEN KINDER VON DÜSSELDORF
Wettbewerb / 39er Denkmal auf dem Reeser Platz
Düsseldorf / 2019
Kurz nach der Einweihung des Denkmals wurde mit dem deutschen Einmarsch in Polen das Relief der marschierenden Soldaten Realität und warfen einen todbringenden Schatten auf Europa. Dieser mörderische Schatten ist der Ausgangspunkt für das (Gegen)Denkmal. Es soll ein Erinnerungsort sein, der den Kindern von Düsseldorf gewidmet ist, die ab 1939 während des Krieges in Düsseldorf geboren wurden, den Krieg und die Nazidiktatur aber nicht überlebten. Die namenlosen Grabsteine stehen auf zwei Felder, die den Schatten der beiden Soldatenreliefs nachzeichnen und perspektivisch vergrößert in den Platz hineinragen. Das einheitliche Material ist roter Granit.
ERFAHRENHEIT
Wettbewerb / Sophia-Garten / Spitalstiftung
Konstanz / 2024
Der Titel der Stele aus Naturstein ist Erfahrenheit. Bezugnehmend zum Thema Weisheit ist in die Stele das Wort Erfahrung gemeißelt. Für mich ist sehr eng an (Lebens)Erfahrung gekoppelt. Weisheit besitzt der Mensch nicht von Anfang an, sondern entwickelt sie im Lauf des Lebens durch Erfahrung. Lebenserfahrung setzt sich aus einzelnen Bausteinen zusammen. Wie das Leben an sich nicht gradlinig, eher kurvig verläuft, sind die Bausteine der Erfahrung nicht im Lot aufeinander geschichtet. Stattdessen schrauben sie sich zu einer Stele in die Höhe.
TWISTED CANDLE
Wettbewerb / Denkmal Homosexuellenverfolgung
Saarbrücken / 2025
Der Titel der Arbeit ist Twisted Candle. Es ist eine Kerze aus Naturstein, die als Symbol fürs Innehalten steht und an die Opfer der Verfolgung queeren Lebens im Saarland in den Jahren 1935 –1994 (59 Jahre) erinnern soll. Die Kerze besteht aus 59 gleichseitigen Dreiecken, die sich gedreht in die Höhe schrauben. Die Dreiecke sind aus verschieden farbigen Graniten gefertigt, die den Verlauf der queeren Regenbogenflagge abbilden. Die gleichseitigen Dreiecke als Grundform nehmen Bezug zu den rosa Winkel mit denen während der Zeit des Nationalsozialismus homosexuelle Häftlinge in den Konzentrationslagern gekennzeichnet wurden.
EST. 1402
Wettbewerb / Landmark Hubland / Universität Würzburg
Würzburg / 2025
Der Titel der Stele aus Stahl als Landmark ist EST.1402; die englische Abkürzung für Established 1402. Ausgangspunkt für den Titel ist das Gründungsjahr der Universität Würzburg. Im Jahr 1402 erteilt der Papst Bonifaz IX. Fürstbischof Johann von Egloffstein das Privileg zur Gründung der Universität. Die Grundform der Stele ist ein Fünfeck, das die Form einer Mitra (Bischofsmütze) hat und Bezug zum Fürstbischof nimmt. Außerdem wird die mittelalterliche Umgrenzung der Würzburger Altstadt als Bischofsmütze bezeichnet. Das Gründungsjahr 1402 ist ausgeschrieben. Die Buchstaben winden sich im Uhrzeigersinn um die Stele.
V-FELD
Wettbewerb / Landratsamt Kreis Esslingen
Esslingen / 2025
Die Arbeit bezieht sich auf die Geologie des Landkreises. Der Landkreis ist vulkanischen Ursprungs und dadurch reich an Mineralien. Besonders das Gestein Schiefer hat ein großes Vorkommen. Alle fünf Felder im Innenhof werden bespielt. Auf jedem Feld steht ein sogenannter „Vulkankegel“. Die V-Kegel haben unterschiedliche Dimensionen, sind aus Blech geformt und in gelb lackiert; der Grundfarbe des Landkreises. Auf den V-Feldern liegen verteilt nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet 44 Schieferplatten. Die Platten zeigen die Umrisse und Größen der 44 Gemeinden des Landkreises.
THE SOURCE. EIN BRUNNEN
Wettbewerb / Denkmal für Gastarbeiter*innen
Dortmund / 2025
Der Brunnen „The Source“ besteht aus einem modellartigen Zechenförderturm und einer Beckeneinfassung in Form eines Rahmens, auf den sich die Passanten setzen können. Der Förderturm fördert keine Kohle mehr zutage; stattdessen lässt eine Fontäne kraftvoll wie ein Geysir Wasser emporsprudeln. Der Turm ist streifenartig in den Landesfarben der neun Staaten lackiert, mit denen es Anwerbeabkommen für Arbeitskräfte gab. Mein Entwurf gehörte zu den acht Konzepten, die für die weitere Ausarbeitung ausgewählt wurden.
PENSION. SPUREN VON TOURISMUS im BODENSEERAUM
Ausstellung / 3 Zimmer für 6 Künstler*innen / Münsterplatz Konstanz
Volker Hermes (D) / Boris Petrovsky (D) / Ernst Thoma (CH)
07.08. - 16.08.09
Nicole Henning (CH) / Viktoria Tremmel (A) / Friedrich Ludmann (D)
21.08. - 30.08.09
Konzept und Kurator: Friedrich Ludmann
Projektpartner:
Kulturfonds Konstanz / Kunststiftung LK KN / LBBW Stiftungen /
Migros Kulturprozent / Pro Helvetia
VERORTUNG
Videoinstallation / 28.02. - 09.03.14
Stipendiaten Ausstellung / Onomato Künstlerverein / Düsseldorf
Die Installation zeigt abwechselnd sieben Menschen, wie sie an einem Tisch in ihrer Wohnung sitzend, den Grundriss ihrer Wohnung zeichnen. Das Bild ist auf die zeichnenden Hände reduziert. Der Ton ist eine akustische Wohnungsbegehung.
GEOMETRIE DER LEERE. RÄUME IN JAPAN
Installation / 09.03. - 15.04.12 /
Die Installation zeigt mit analogen Schwarz-Weiß Fotografien räumliche Situationen und Strukturen auf, die vom Phänomen der Reduktion und des Minimalismus geprägt sind. In der japanischen Kultur ist dieses Gestaltungsprinzip der Leere und Einfachheit schon seit Jahrhunderten verankert. Sein Ursprung liegt u.a. in der Zen Philosophie. Es hat schon Anfang des 20. Jahrhunderts weltweite die Begründer der Architekturmoderne inspiriert und wirkt bis in die Gegenwart. Diese japanische Ästhetik ist sowohl in traditionellen als auch in modernen Räumen zu finden. Die Fotografien sind bei einer Exkursion 1995 in Japan entstanden.
Idee, Installation und Rahmenprogramm: Friedrich Ludmann
Projektpartner:
Kulturbüro Konstanz / Zebra Kino Konstanz / Kunststiftung Landkreis Konstanz
PLATZ DA. ANIMIERTES VERSCHWINDEN
Ausstellung / 03.12.10 - 30.01.11 /
Kulturzentrum am Münster / Konstanz
Das Projekt setzt sich mit der subjektiven Wahrnehmung von Architektur auseinander. 20 Menschen haben, mit einer Einwegkamera und einem Fragebogen ausgestattet, jeweils ein Bauwerk dokumentiert, das ihnen missfällt. Für die Ausstellung entstand eine Filmanimation, indem alle ausgewählten Gebäude virtuell verschwinden.
Idee, Installation und Rahmenprogramm: Friedrich Ludmann
Projektpartner:
Kulturbüro Konstanz / Zebra Kino Konstanz
L' AUTUNNO
Dresden Public Art View / 29.07.- 07.08.14
International Billboard Exhibition
Die Fotografie als Plakat zeigt eine Reproduktion des weltberühmten Gemäldes La Primavera von S. Botticelli, entstanden um 1482. In der Reproduktion eines anonymen Künstlers, gefunden als zerfleddertes Plakat an einer Häuserwand in Rom, tragen die Blumenmädchen Mundschutz. Nicht mehr Frühlingserwachen ist das Thema, sondern die Angst vor Ansteckung und Tod.
SILENTIUM I
Installation / 26.06.15 - 28.06.15
Tage der Kunst / Fabrikhalle / Dülkener Straße 150 / Schwalmtal
Die Installation greift das Thema Stille auf. Der begehbare Kubus ist eine rekonstruierte Mönchszelle des verschwundenen Kartäuserkloster von Düsseldorf. Die Besucher*innen sind eingeladen, sich an den Tisch zu setzen und im dort liegenden Buch Texte zur Stille zu lesen. In der Textsammlung haben 20 Autor*innen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunft auf individuelle Weise ihre „stillen Gedanken“ formuliert.
MARIA HAIN. DAS VERSCHWUNDENE KARTÄUSERKLOSTER
Installation / 12.09.14 - 04.01.15
Stadtmuseum Düsseldorf
Mit der Installation soll die Geschichte und das Verschwinden des Kartäuserklosters Maria Hain wieder ins Bewusstsein der Stadtgesellschaft gebracht werden. Maria Hain war die einzige Niederlassung des Einsiedlerordens in Deutschland seit der Säkularisation. Nach der Aufgabe des Düsseldorfer Standorts zog der Orden ins Allgäu. Es verschwand mit dem Kloster nicht nur ein architektonisches Kulturgut, sondern auch das Leben einer Gemeinschaft, welches abseits von urbaner Modernität im Verborgenen und Stillen stattfand und ironischerweise dieser Entwicklung zum Opfer fiel. Um den Besucher*innen die elementaren Prinzipien der Kartäuser von Stille und Schweigen auch sinnlich erfahrbar zu machen, war eine rekonstruierte und begehbare Patreszelle bzw. Cubiculum, im Maßstab 1:1 aufgebaut.
Idee, Installation und Rahmenprogramm: Friedrich Ludmann
Projektpartner: Kulturamt Düsseldorf / LVR Rheinland
TOUR A VENT
Installation / 23.02. - 05.03.2022
Ltk4 im Lutherturm / Köln
Mein Video Nippon Lights orientiert sich am Turm der Winde von Toyo Ito, erbaut 1986 in Yokohama. Mit akustischen und visuellen Versatzstücken, Field Recordings und einem un-endlichen Code aus Lichtpunkten wird die Idee von Toyo Ito ins heute gespielt.
In Zusammenarbeit mit Verena Barié (Flöte / Komposition) & Rochus Aust (Trompete / Licht).
SILENTIUM II
Installation / 30.10.2019
Soirée Sonique #28 / Ltk4 im Lutherturm / Köln
Die Installation greift das Thema Stille auf. Sie besteht aus einem Tisch, einem Stuhl, einer Schreibtischlampe, einem Gehörschutz und einem Textbuch. Im Buch haben 20 Autor*innen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunft auf individuelle Weise ihre stillen Gedanken formuliert.
DER VOLLSTRECKER. EINE ARCHÄOLOGISCHE SPURENSUCHE
Installation im öffentlichen Raum / 07.07. - 21.08.16
Bodanplatz / Konstanz / Kunstfonds Konzil
Die Installation im öffentlichen Raum greift das Thema der Machtausübung auf. Doch diesmal stehen nicht die Mächtigen des Konzils im Mittelpunkt, sondern ein Vollstrecker dieser klerikalen und weltlichen Macht. Es ist der von der mittelalterlichen Gesellschaft geächtete Henker. Das archäologische Artefakt gibt vor, dass die sterblichen Überreste des fiktiven Scharfrichter Meister Rufus entdeckt wurden. Er selbst soll Opfer einer misslungenen Hinrichtung sein.
Projektpartner:
Kunstfonds Konzil / Kulturbüro Konstanz / Kunststiftung Landkreis Konstanz / LBBW Stiftungen